Sun’s X64-Server – eingeschränkter Einsatzbereich

Wer kennt sie nicht, die Sun Fire X4100/4200 (M2)?

  • ordentlich verarbeitete Hardware
  • für einen vernünftigen Preis
  • gut durchdachtes Lüftungskonzept mit unterschiedlichen Klimazonen
  • schnelle interne SAS-Platten
  • Remotemanagement über ILOM

In der Praxis gibt es dann aber doch wieder Fallstricke:

  • Das Lüftungskonzept geht zu Lasten der HDDs, d.h. um den Platz in der Front des Servers als Luftzufuhr für CPU, etc. zu nutzen mussten die großen 3,5” HDDs weichen. Statt dessen wurden geringfügig langsamere 2,5”-SAS-HDDs verbaut.
  • Der momentan größte Nachteil der 2,5”-SAS-HDDs ist die zur Zeit max. verfügbare Kapazität von 146GB. Wenn man üblicherweise 4 Disks einbaut und dabei 2x RAID1 konfiguriert, wird auch i.d.R. die erste logische Disk für OS und die zweite für Applikation und Daten verwendet. 146GB sind für diesen Zweck aber nicht gerade üppig. Nun mag jemand vorbringen, daß man auch keine Performancewunder bei einer solchen Konstellation erwarten darf und bei größerer Plattenkapazität die Performance mit Sicherheit nicht besser wird. Das ist soweit auch richtig, für Testsysteme aber eine durchaus übliche Konfiguration. Bei anderen Herstellern, z.B. FSC, gibt es Modelle mit mehr Flexibilität mit lokalen Disks, z.b. bei der RX300S3.
  • Nun, dann könnte man auf die Idee kommen und dem System einen FC-HBA spendieren. Sun hat dazu OEM-HBAs von Emulex und QLogic zur Auswahl. Mit einem zentralen SAN-Storage hat man nun auch nicht wirklich Kapazitätsengpässe. Dumm ist allerdings, wenn dieses von EMC ist und SUN sich nicht die Mühe macht auch Betriebssysteme jenseits von Solaris zertifizieren zu lassen. Eine Freigabe von SLES, RHEL oder Windows für X4100/4200 (M2) mit SUN-HBA? Fehlanzeige…

Fazit:

Sun wird seine Bemühungen im X64-Markt noch steigern müssen um Allroundgeräte anbieten zu können.

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2 Responses to Sun’s X64-Server – eingeschränkter Einsatzbereich

  1. Henrich says:

    Leider muss ich Ihrem letzten Satz widersprechen: Wir betreiben seit fast zwei Jahren ein STK-SAN (damals gehörte STK noch nicht zu SUN) erfolgreich mit qlogic-HBAS unter RHEL4 (incl. Freigabe). SLES wäre auch möglich gewesen. Aber sie haben recht: man kann nicht davon ausgehen, dass es die entsprechenden SAN-Treiber immer auch für alle Betriebssysteme gibt. Und: man darf nicht bei SUN nach den Freigaben suchen, sondern muss bei den SAN-Anbietern nachfragen. Denn bei SUN gibt es nach meiner Erfahrung immer nur Kompatibilitäts-Listen zu den eigenen Storage-Produkten.

  2. otmanix says:

    Das Dumme an der Sache bei den X86/X64-Servern ist folgendes:

    Beim SAN-Storage-Hersteller Network Appliance gibt es eine einfache Matrix mit dem Storageprodukt und dafür zertifizierten HBAs und zugehörigen Betriebssystemen. Das ist einfach und schlicht, aber völlig ausreichend.

    Bei EMC gibt es eine sehr ausführliche Matrix (EMC E-Lab Navigator), die zum Storagesystem alle relevanten Produkte zertifiziert, d.h. Verbindungsart (Arbitrated Loop oder Swiched Fabric), Kabeltypen, Switchtyp (inc. Firmware), HBA (inc. Firmware), Servertyp, OS, Multipathing-Software, etc… Das ist zwar auf der einen Seite toll, wenn einem detailierte Infos zu einer geprüften Konfiguration vorliegen. Auf der anderen Seite ist die Matrix zum Thema Sun-Hardware recht lückenhaft. Für Solaris und EMC Storage findet man dort so ziemlich Alles zertifiziert, für Windows oder Linux gibt es aber kaum zertifizierte Sun-Produkte. Wenn wirklich, dann ist das Produkt aber schon mindestens >1 Jahr auf dem Markt.

    Technisch gesehen ist in erster Linie aber sowieso nur der Support von Storagesystem zu HBA/OS relevant. Hier ist aber auch der Effekt, daß Sun-branded HBAs bei EMC i.d.R. nur für Solaris zertifiziert sind. Interessant daran ist allerdings, daß sowohl Emulex und Qlogic an Sun HBA-Hardware liefern und dort keine andere Firmware oder dergleichen aufgebracht wird. Technisch sollte also kein Unterschied zu Original Emulex- oder Qlogic-HBAs bestehen. Diese sind aber in der EMC-Mattrix auch für Linux und Windows freigegeben. Das heißt also, technisch sollte es zwar kein Problem sein – die Sun-branded HBAs sind aber nicht zertifiziert.

    Schaut man nun zur Konkurrenz, z.B. FSC, gibt es das Problem nicht. Dort sind alle Servertypen in der EMC Matrix eingepflegt und unterstützen dort auch kurz nach Erscheinen Solaris, Linux und Windows. FSC verwendet Original Emulex- und Qlogic-HBAs. Somit bekommt man dort auch eine komplette Serverausstattung inc. HBA, die allerdings sowohl von Netapp als auch von EMC unterstützt wird.

    Wer also Wert auf eine Zertifizierungsmatrix legt hat bei Sun schlechte Papiere außerhalb von Solaris. Darauf angesprochen kam die Aussage, daß wohl die entscheidenden Kollegen in den USA dieses Problem als nicht so wichtig erachten und im Commodity-Bereich (also X86/X64) weniger Energie investiert wird. Konkrete Anfragen für eine X4100M2 mit Sun-branded HBA auf SLES10 und EMC-Storage verliefen im Sand.
    Ein Kaufargument ist das für mich nicht unbedingt…

    Aber wenigstens haben die neuen Systeme mehr Platz für interne Disks ;-)

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