“Wo liegt der Reiz an Solaris?” werde ich immer wieder gefragt. Eines der Sahnestücke von Solaris ist meiner Meinung nach der Einsatz als universelle Storageplattform auf LowCost-Hardware, z.B. als günstiger Ersatz für einen Netapp-Filer. Wer die Opensolaris-Entwicklung etwas mitverfolgt erlebt hier beinahe monatlich neue Features im Storageumfeld. Hier ist bei weitem noch kein Ende der Entwicklung in Sicht.
http://www.opensolaris.org/os/community/storage/
SVM, UFS, ZFS – Volumemanager, Filesysteme, Volumes, Snapshots, uvm.
Traditionell wird unter Solaris der SVM als Volumemanager benutzt, UFS ist das Standard-Filesystem. Mit Multiterabyte-Support und Journaling per SVM wurde UFS im Nachhinein aufgebohrt. UFS-Snapshots funktionieren, wirken aber irgendwie wie ein angestückelter Fremdkörper. Das Handling von SVM ist sehr gewöhnungsbedürftig, Freunde gewinnt man so sicherlich nicht. SVM/UFS ist heute nach wie vor für die Spiegelung von lokalen Bootdevices üblich.
Der große Wurf gelang Sun mit ZFS. ZFS ist Volumemanager und Filesystem zugleich. Damit ist die Liste der Features aber noch lange nicht erschöpft. Prinzipiell werden Platten oder Slices (Partitionen) einem Pool zugewiesen, ein entsprechender RAID-Level gesetzt (Striping, Mirroring, RAID-Z) und diverse Parameter wie z.B. Blocksize gesetzt. In einem Pool können dann ZFS-Filesysteme oder Volumes (ähnlich RAW-devices) angelegt und mit Parametern, wie z.B. Quota und Reservierung, versehen werden. Auf Volumes können beliebige Filesysteme aufgebracht werden.
Auf ZFS-Pools, -Filesysteme und -Volumes können Snapshots angewendet werden. Diese können auch geclont und damit beschreibbar wiederverwendet werden.
Mit zfs send/receive können ZFS-Daten über IP repliziert werden.
ZFS Pools können exportiert und auf einem anderen Rechner wieder importiert werden. Geänderte Hardwarepfade, etc. spielen keine Rolle – so lange alle Platten eines Pools zur Verfügung stehen klappt der Import.
ZFS ist (noch?) nicht als Shared Filesystem geeignet. D.h. im Cluster kann es nur für Failoverszenarien eingesetzt werden.
Die Performance von ZFS ist abhängig vom Szenario, wo es zum Einsatz kommen soll. Mittlerweile in den meisten Bereichen UFS ebenbürtig gibt es noch Potential zu VxFS. Tuning ist oft sinnvoll. Je höher das Solaris-Release, desto mehr Möglichkeiten zur Optimierung gibt es.
ZFS bietet neben der eingängen Shell-Kommandos auch ein Webgui.
ZFS hat eingebaute Mechanismen wie “Self Healing” und Schutz gegen “silent data corruption”.
http://blogs.sun.com/chrisg/entry/latency_bubble_in_your_io
http://przemol.blogspot.com/2008/02/zfs-vs-vxfs-vs-ufs-on-x4500-thumper.html
http://blogs.sun.com/SC/entry/why_sunw_nfs_is_required
http://www.solarisinternals.com//wiki/index.php?title=Category:ZFS
http://www.opensolaris.org/os/community/zfs/docs/
http://wiki.edv-widhalm.com/index.php/Solaris_Volume_Manager_%28HowTo%29
http://wiki.edv-widhalm.com/index.php/Zfs_%28HowTo%29
http://www.learning-solaris.com/index.php/category/unix-solaris-storage-volume-management/
http://www.osnews.com/story/19665/Solaris_Filesystem_Choices
http://blogs.digitar.com/jjww/?itemid=52
NAS – iSCSI
Solaris beherrscht iSCSI Initiator (Zugriff auf iSCSI-Volume) und iSCSI Target (Bereitstellen
eines iSCSI Volumes). Dabei kann z.B. ein ZFS Volume als iSCSI Target genutzt werden. Das kann man z.B. nutzen um einem Windows- oder VMware-ESX-Server Diskspace zur Verfügung zu stellen. Von den ZFS Volumes können dann Snapshots erstellt werden.
http://blogs.sun.com/mhuff/entry/introduction_to_iscsi_in_solaris
http://www.opensolaris.org/os/project/iscsitgt/
http://www.opensolaris.org/os/project/isns/
http://blogs.sun.com/lokibear/entry/download_isns_web_based_management
NAS Freigaben – NFS und CIFS
ZFS-Filesysteme beherrschen UNIX- und Windows-ACLs (W2K kompatibel) – damit entfallen viele Hürden als Netzwerkspeicher. Darüber hinaus können in ZFS-Filesystemen NFS- und CIFS-Freigaben als Eigenschaften eingerichtet werden. Eine ADS-Integration ist auch möglich. Der brandneue CIFS-Server mit ZFS-Integration dürfte unter Solaris eine ernsthafte Konkurrenz zu Samba werden.
http://blogs.sun.com/timthomas/entry/opensolaris_as_a_storageos_the
http://blogs.sun.com/amw/entry/cifs_in_solaris
SAN – Fibrechannel, FCoE
Im Bereich Fibrechannel wurde zuletzt in erster Linie in leichtere Administration auf der Shell investiert. Interessant sind die OpenSolaris-Projekte Comstar und FC over Ethernet. Hier bewegt sich einiges, gerade auch im Bereich Virtualisierung mit NPIV (virtuelle FC-HBAs).
http://www.opensolaris.org/os/project/comstar/
http://www.opensolaris.org/os/project/fcoe/
http://www.opensolaris.org/os/project/npiv/
mpxio – Multipathing
Solaris unterstützt mit mpxio Multipathing für SCSI-, FC-, SAS- und iSCSI-Disks. Speichersysteme mit SCSI SPC-2/3 werrden automatisch erkannt, eine manuelle Zuordnung in der Konfigurationsdatei durch Vendor und Product ist auch möglich, z.B. “EMC SYMMETRIX”. Es wird Failover und Roundrobin als Verfahren unterstützt. Mit dem mpathadm-Kommando ist die Administration sehr eingängig. Durch mpxio wird aus den verschiedenen Hardwarepfaden (verschiedene Controller/Targets, gleiche LUN) ein virtueller Pfad erstellt, der dann für die Konfiguration im Volumemanager benutzt wird.
http://www.opensolaris.org/os/project/mpxio/
last but not least: ZFS in der Praxis … (Achtung! US-Propaganda)


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Nun mal Butter bei die Fische:
- Wer hat welche Datenmengen heute schon auf ZFS liegen?
- Konkret: habt Ihr Eure Fotos oder Eure Filme auf ZFS liegen? Mit was für Problemen muss man rechnen, wenn man das heute produktiv verwenden will?
- Versteht mich nicht falsch – aber es ist erforderlich, Vertrauen in die Stabilität dieses Filesystems aufzubauen (da helfen m. E. keine Jahrmarktvorführungen wie im Video).
Das Wort OpenSolaris kommt deshalb so oft vor weil Neuentwicklungen nun mal in OpenSolaris stattfinden und mit jedem Solaris 10 Release fliessen ausgereifte Features zurück in das Solaris für den Produktionsbetrieb. Natürlich ist man auch hier vor Bugs nicht gefeit – aber dafür gibt es auch Patches.
Wer sich für kommende Features interessiert wird um einen Blick in die Entwicklungsumgebung (OpenSolaris) nicht herumkommen. Wer den aktuell gültigen Stand der Technik im Sun Solaris wissen will sollte einen Blick in das öffentlich zugängliche Handbuch werfen.
Administration: http://docs.sun.com/app/docs/prod/solaris.10#hic
Solaris 10 5/08: http://docs.sun.com/app/docs/coll/1236.8
Einen produktiven Einsatz eines Systems auf Basis Solaris Express o.ä., nur um ein paar neue Beta-Features nutzen können, würde ich niemals empfehlen. Für meinen Arbeitsplatz zuhause, wo von den wichtigen Daten Backups existieren und ein Ausfall keinen Weltuntergang bedeutet, sehe ich kein Problem in der Nutzung. Dafür kann man schon Neuentwicklungen antesten.
Zum Thema Einsatz von ZFS:
- produktiv im Einsatz mit ca. 20TB für Backup to Disk Lösung mit EMC Networker und ZFS für AFTD
- gerade beim Installieren: mySAP.ERP2005SR1/Oracle10-Testsystem mit 700GB Datenbank
…
ZFS ist Stand heute definitiv noch nicht für jedes produktive Einsatzszenario geeignet. Im direkten Vergleich mit UFS direct I/O, was bei DBs gerne verwendet wird, gibt es noch Verbesserungspotential. Auch der Speicherverbrauch muß im Auge behalten werden und ggf. beschränkt werden. Beim Einsatz von externen Disksystemen gibt es auch Einiges zu beachten, z.B. ZFS Cache flush ggf. per Kernelparameter ausschalten. Bei Solarisinternals werden die wichtigsten Einsatzfälle beschrieben und wie die passende Optimierung aussieht.
Wenn Performance nicht die übergeordnete Rolle spielt macht ZFS eine sehr gute Figur auf Testsystemen.
Das Jahrmarktvideo sollte eher zum Schmunzeln über typische US-PR-Propaganda anregen. Mir ist auch klar, daß niemand aufgrund eines solchen Videos bedingungslos ZFS vertraut. Aber vielleicht entsteht ein gewisser Anreiz ZFS mal auszuprobieren und sich z.B. von der gut durchdachten Bedienung per Shell oder Webinterface begeistern zu lassen.
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