AIX Umsteiger

So, nun sitz ich also im Hotelzimmer in Stuttgart und nutze die UMTS-Funktion meines Nokia E75 (übrigens, das Gerät war eine Fehlentscheidung) als Internetzugang. Telekomiker-Hotspot ist zwar vorhanden, aber diesen Wucher muss man echt nicht mitmachen…

Heute also, der 2. Tag in Stuttgart… die Autobahnbaustellen, die grau verregneten Sichtverhältnisse und Verkehrschaos in Stuttgart selbst sind überstanden – die Wiederkehr des Grauens droht am Freitag, genannt Heimreise…

Zu meinem Kurs bei IBM im IBM Bildungszentrum Stuttgart kann ich bisher nur Gutes berichten. Das Kursmaterial ist gut und verständlich aufbereitet, die Kantine ist erste Klasse und die anderen Teilnehmer sind auch keine Schlipsträger. Ach ja, Titel des Kurses ist AIX für Umsteiger von UNIX (aka. AIX Jumpstart for UNIX Professionals – AW18D2DE), Dauer: 5 Tage, Kosten: 2.940€ (war beim Hardwarekauf inklusive). Der Großteil der Teilnehmer sind Linux-Admins, die neben den obligatorischen Applikationsservern auf Basis Linux nun auch die AIX-Datenbankserver OS-seitig betreuen sollen. Ein kleinerer Teil kommt aus der HP-UX und Sun Ecke. Interessanterweise ist auch ein MacOsX-Admin dabei – nebenbei bemerkt das erste Exemplar dieser Gattung, dem ich bisher in freier Wildbahn begegnet bin ;)

Was lässt sich zu AIX nach etwas learning by doing und 2 Tagen K urs sagen? Wenn man schon ein paar Linux-Distributionen, HP-UX und (Open-) Solaris gesehen hat würde am Besten passen: “im Westen nichts Neues”. Irgendwie hat man die Konzepte und Umsetzung alle schon einmal in ähnlicher Form gesehen. Der Teufel steckt natürlich im Detail, so daß man ohne intensive Beschäftigung mit dem Thema auch nur an der Oberfläche kratzt. Das Konzept des Admintools smit(ty) kennt man von sam (HP-UX) oder yast (SLES/Opensuse). Die von Sun stammende Open Firmware benutzt auch IBM. Das Virtualisierungskonzept mit LPARs (VMs), Hypervisor und VIOS gibt es in ähnlicher Form auch bei der Konkurrenz, wobei hier IBM auf ein paar Jahre Erfahrung zurückgreifen kann. Die WPARs wurden wohl von Suns Container/Zonen-Konzept inspiriert. Ebenso wie bei VMware ESX lieferte der erste Feldversuch mit NPIV auch bei AIX eine grobe Bauchlandung. 

Welche Erfahrungen habt ihr beim Wechsel auf ein anderes OS gemacht?

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3 Antworten auf AIX Umsteiger

  1. Jürgen sagt:

    Klingt irgendwie, als würdest Du davon ausgehen, dass AIX was neues wäre… dem ist allerdings keineswegs so. Ich bin seit 1989 in der IT-Branche – und habe damals bei einem Softwarehaus angefangen, das auf einer IBM 6150 unter AIX, welche eigentlich als Grafikrechner (CATIA) konzipiert war, kaufmännische Software programmiert hat. Ich habe die Entwicklung zur RISC 6000 miterlebt und das erste X-Windows unter AIX implementiert. Das war Anfang der 90er Jahre. Ich weiß nicht, wie weit AIX heute ist (seit ’95 hab ich damit nix mehr am Hut), aber die langjährige Erfahrung bei IBM ist auf jeden Fall vorhanden und gewährleistet sicherlich ein stabiles System, was man von den heutigen Linuxen nicht so ohne weiteres sagen kann.
    Grüße
    J;-)

  2. Patrick sagt:

    Es sind ja gerade die kleinen Besonderheiten eines jeden Systems, die so ein Training interessant machen. Dazu kommen die vielen Hinweise die _nicht_ in den Schulungsunterlagen stehen.

  3. Dieter Mosbach sagt:

    Ich bin vor 5 Jahren im Rahmen eines Jobwechsels von HP-UX und Solaris auf AIX umgestiegen (und hab Linux beibehalten)
    Inzwischen bin ich von AIX ziemlich überzeugt.
    Wir betreiben v.a. Linux als SAP-Applikationsserver und AIX als Datenbankserver.
    Meiner Meinung nach die größten Vorteile von AIX:
    - mksysb (Image eines Systems im laufenden Betrieb erstellen), noch keine Möglichkeit unter Linux gefunden
    - NIM: einfache Netzwerkinstallation, kein Gebastel mit PXE; hat schon mal jemand erfolgreich Solaris x86_64 übers Netz installiert?
    - LVM: funktionierender Volumemanager inkl. Spiegelung, Migration auf andere Platten im Betrieb möglich; funktioniert bei Linux nur in der Theorie, bei AIX auch unter Volllast
    - funktionierender Devicemanager; versuch mal unter Linux ne Liste aller FC-HBAs zu erstellen…
    - smitty find ich wesentlich fortschrittlicher als sam oder yast: Alles, was man per Menu auswählt und ausführt wird explizit in smit.transaction mitgeloggt und kann so wunderbar in eigene Skripte eingebaut werden.
    (versuch mal rauszufinden, was yast im Hintergrund macht, wenn man die Zeitzone ändert)
    - svmon: gutes Tool um Speicherbelegung rauszufinden. Hat jemand schon mal rausgefunden, wie man unter Linux die Nutzung von shared-memory monitored (grade bei SAP sehr wichtig)?
    - etc….

    Klar gibt es auch bei AIX Bugs und Probleme, aber der Support hat seinen Namen im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern auch verdient.
    (ebenso der pSeries-Hardware-Support)

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