In der aktuellen Ausgabe 12/2008 der IT-Fachzeitschrift c’t gibt es 2 Artikel zum Thema OpenSolaris 2008.05.
Der erste Artikel “Sonnenaufgang” vergleicht Fedora 9, OpenSolaris 2008.05 und Ubuntu 8.04 und zeigt Erfahrungen bei der Installation auf unterschiedlicher Notebook- und PC-Hardware.
Fazit zu OpenSolaris:
Für eine erste Version ist OpenSolaris gut gelungen, wird wegen der diversen Ecken und Kanten jedoch eher erfahrene Anwender und Entwickler ansprechen. Um die OpenSolaris-Community auszubauen, sollte Sun Microsystems zunächst die Entwicklung eines Partitionierungsassisten für den Installer und eines grafischen Einrichtungsprogramms fürs Netzwerk forcieren. Mit einer breiteren Nutzerbasis wird auch eine bessere Hardware-Kompatibiliät einhergehen.
Der zweite Beitrag “Fremd und doch vertraut” gibt Tips und Tricks für die ersten Schritte auf OpenSolaris 2008.05. Zum Beispiel wird das Einbinden des Blastwave-Repositorys und erste Schritte mit ZFS und SMF erklärt.
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“OpenSolaris 2008.05“, the new default OpenSolaris binary distribution formerly known as “OpenSolaris Developer Preview” aka “Project Indiana”, is finally out now! Click here to download the iso…
Na, alles klar?
Wer die turbulente Historie nicht verfolgt hat könnte jetzt leicht verwirrt sein. Deshalb hier ein kurzer Geschichtsunterricht:
Was bisher geschah…
Sun Microsystems kommt 2004 auf die Idee den Sourcecode für Solaris unter einer OpenSource-Lizenz zu veröffentlichen. Im Laufe von 1-2 Jahren entsteht eine Community mit Verwaltungsrat (OGB). OpenSolaris dient in erster Linie als Entwicklungsbasis für das kommerzielle Sun Solaris, was fehlt ist eine Binärdistribution. Diese reicht Sun später mit Solaris Express (Community und Developer Edition – SXCE/SXDE) nach. Für diese gibt es keinen Support und Patches, nur Upgrades des OS in kurzen Zeitabständen. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Binärdistributionen wie Nexenta, Belenix, Schillix und Martux, denen der OpenSolaris-Sourcecode zugrunde liegt. 2007 wechselt Ian Murdock zu Sun (Gründer von Debian Linux) und startet das Projekt Indiana, welches neue experimentelle Technologien aus der OpenSolaris-Community enthalten soll (z.B. ZFS Boot). Bei einem Wechsel des Namens der Distribution auf “OpenSolaris Developer Preview” kommt es zu Zoff zwischen dem OGB und Sun. Letztendlich setzte Sun als Inhaber der Markenrechte durch, daß daraus nun die Standard-Binärdistribution von OpenSolaris wurde.
Wodurch grenzt sich OpenSolaris 2008.05 von SXCE/SXDE ab?
- ZFS als Standard-Filesystem, auch für Boot-Devices
- Weiterentwicklung des Liveupgrade genannten OS-Upgrades mit Hilfe von ZFS-Snapshots
- Neue Softwarepaketverwaltung IPS, ähnlich APT unter Linux
- Download-Repositories
- Möglichkeit für kommerziellen Support
- standardmäßige Integration von GNU-Tools
- keine Installation per Jumpstart/Jet und CLI z.Z. möglich
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Neben den technischen Herausforderungen beim Project Indiana, aka OpenSolaris Developer Preview, gab es noch Klärungsbedarf über die rechtmäßige Verwendung der trademark OpenSolaris. Wie bereits hier und hier berichtet kam es zu Verstimmungen zwischen Sun und der OpenSolaris-Community als bei der Veröffentlichung des Indiana RC1 auf einmal der Name OpenSolaris Developer Preview als Name für die Distribution verwendet wurde.
Stephen O’Grady fasste in seinem Blog hier und hier die zu klärenden Positionen zwischen Sun und den Vertretern der OpenSolaris Community, dem OpenSolaris Governance Board (OGB), zusammen. Die wichtigste Frage lautete hier eigentlich: “Was ist mit den anderen auf OpenSolaris-Sourcecode basierenden Distributionen wie Belenix, Nexenta, Martux oder Schillix? Dürfen diese nun auch OpenSolaris im Namen tragen?”
Sun hat sich gehörig Zeit für eine Antwort gelassen, diese aber nun doch formuliert. Zunächst einmal wird klargestellt, daß die Rechte am Namen OpenSolaris einzig und allein bei Sun liegen und sich daran auch nichts ändern wird. Für die Verwendung des Namens OpenSolaris wird ein Leitfaden erstellt, dessen aktuelle Fassung hier nachzulesen ist.
Zusammenfassend interpretiere ich das nun so:
- Die aus dem Project Indiana hervorgegangene OpenSolaris Binärdistribution wird die zukünftige Basis-Distribution und trägt den Namen OpenSolaris. Anderen, ebenfalls aus OpenSolaris-Sourcecode hervorgegangenen Binärdistributionen ist die Verwendung des Namens somit nicht bzw. nur bedingt gestattet.
- Es gibt die Möglichkeit für andere Distributionen oder Software den Namens OpenSolaris unter bestimmten Voraussetzungen zu verwenden, z.B. “based on OpenSolaris” wenn es sich um eine auf Indiana basierende Distribution handelt oder “built for OpenSolaris” wenn Software zum Paketformat von Indiana kompatibel ist.
Danke hiermit an Glynn Foster, der den aktuellen Stand der Entwicklung beim Project Indiana zusammengefasst hat. Er stellt fest, dass die Reibereien zwischen Sun und dem OGB nicht spurlos vorübergegangen sind, ist aber andererseits auch froh, daß die Verhältnisse nun klarer sind.
Über die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen OGB und Sun ist wohl nicht zwingend jeder erfreut. Hoffen wir das Beste für die Zukunft der OpenSolaris Community…
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Project Indiana Milestone II aka OpenSolaris Developer Preview 2 ist nun offiziell zu haben.
Zum Thema “shell wars” gibt es eine interessante Entwicklung zu vermelden: ksh93 ist nun wohl die default-systemshell und bash die default-usershell.
…na also, geht doch
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