Installation Solaris 10u3
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Installation Sun Solaris
In diesem Artikel möchte ich die Installation von Solaris 10u3 (11/06) zeigen. Die Installation wird in einer virtuellen Maschine durchgeführt. Als Virtualisierungslösung wird im Beispiel VMware Workstation genutzt.
Hinweis: Die Installation unter VMware dauert wesentlich länger als auf einer realen Hardware, auch die anschließende Performance ist nicht vergleichbar. Trotzdem ist VMware gerade für Tests eine tolle Umgebung.
Installation Solaris 10 Update 3 (11/06) auf VMware Workstation 6
Konfiguration VMware
Variante 1: fertiges Image für VMware
Weicheier laden die fertig installierte und vorkonfigurierte virtuelle Maschine herunter:
Dazu wird dann noch der kostenlose VMware-Player benötigt. Alternativ kann auch der kostenlose VMware Server heruntergeladen werden.
Natürlich kann auch die kostenpflichtige VMware Workstation oder der VMware ESX-Server genutzt werden.
Damit kann die heruntergeladene virtuelle Maschine gestartet werden. Das Solaris ist vorkonfiguriert - also ideal für Einsteiger.
Hier das Beispiel für die Einbindung des Image in VMware Workstation:
VMware starten und “Open Existing VM or Team” klicken und VM auswählen…
Variante 2: Neuinstallation in VMware Workstation 6
Vorbereitungsarbeiten
Zunächst einmal wird das Image der Solaris-DVD und bei Bedarf noch die Companion-DVD heruntergeladen:
Die Solaris DVD wird jetzt entpackt:
... Stunden später ...
Da das Entpacken etwas Geduld erfordert kann man die Wartezeit gut mit der Konfiguration der virtuellen Maschine verbringen. Dazu also
VMware starten… Ich benutze in dieser Anleitung die VMware Workstation, die es als Testversion gibt.
Alternativ kann man auch den o.g. kostenlosen VMware Server einsetzen, der aber im Bereich Snapshots weniger Funktionen hat und nur auf Englisch erhältlich ist.
New virtual maschine klicken
Ich wähle als Variante Typical, da die Einstellungen für das gewählte OS halbwegs sinnvoll vorbelegt werden. Diese können aber später
jederzeit modifiziert werden.
Jetzt muss die LAN-Konfiguration der VM durchgeführt werden.
- Der PC ist per LAN/WLAN an einem Switch/Accesspoint angeschlossen. Dieser ist wiederum mit einem Router verbunden, der per DHCP IP-Adressen vergibt. I.d.R. findet man wohl ein Multifunktionsgerät vor, wie z.B. Fritzbox WLAN Router, in dem alle genannten Geräte in einem Gehäuse vereint sind. In diesem Fall wählt man “use bridged networking”. Das bedeutet, dass die VM eine eigene IP-Adresse aus dem selben Subnetz wie PC und Router bekommt. Eine Kommunikation zwischen dem Betriebssystem des PCs und der VM funktioniert dann genau so als wäre das Solaris in einem “echten Rechner” im selben Netzwerk wie der PC installiert.
- Der PC ist per Analog-Modem, DSL-Modem, Kabel-Modem oder ISDN-Karte mit dem Internet verbunden. Dann wählt man “use network address translation”. Das bedeutet, dass VMware einen DHCP-Server betreibt, der in einem eigenem Netzwerk zwiechen PC und VM läuft. Dieser vergibt dann auch eine IP-Adresse an die VM. Über ein im VMware integriertes NAT findet dann die Kommunikation zum Internet statt.
- Ein PC ist wie in Punkt b) mit dem Internet verbunden. Weiterhin gibt es ein LAN an dem weitere PCs angeschlossen sind. Die PCs kommen über die sog. Internet-Verbindungsfreigabe auch in das Internet. Die VM soll nun auf irgend einem dieser PCs installiert werden. Hier ist wie in Punkt a) vorzugehen, d.h. “use bridged networking” ist auszuwählen. Hintergrund: Die Internet-Verbindungsfreigabe von Microsoft Windows ist nichts anderes als ein DHCP-Server.

Die VM sollte mindestens 10GB Platz zugewiesen bekommen. Mit “allocate all diskspace now” kann man die Performance der virtuellen Festplatte erhöhen, da hier gleich eine Datei in voller Grösse im Dateisystem angelegt wird. Standardmäßig wird Platz auf der Festplatte bei Bedarf allokiert. D.h. die Performance ist zwar etwas schlechter, aber man braucht nicht zwingend mit Platz zu geizen, da sowieso nur der tatsächlich genutzte Platz belegt wird.
Falls die VM auf einem alten Dateisystem wie FAT angelegt wird, bekommt man Probleme mit der max. Dateigröße. Dies kann man durch auswählen von “split into 2GB files” umgehen.
Die Grundkonfiguration der VM ist jetzt abgeschlossen.
Dokumentationen zur Installation:
In den Release-Notes steht, dass zwar prinzipiell 512MB RAM für die grafische Installation von Solaris reichen. Unter best. Voraussetzungen
könnte es aber zu einem Arbeitsspeicherengpass bei 512MB kommen.
Deshalb gehen wir auf Nummer sicher und verändern diese Einstellung der VM. Dazu “edit virtual machine settings” klicken.

Ich habe nun 768MB statt 512MB zugewiesen. Ausserdem habe ich der VM 2 CPUs zugewiesen, da ich einen Prozessor mit
Hyperthreading-Unterstützung habe. Ein Multi-Core-Prozessor wäre natürlich noch schöner ;-)
Nachdem das Entpacken der Solaris-DVD vollbracht ist kann auch das ISO-Image der VM zugewiesen werden.

Eine feste Einstellung der Monitor-Parameter hilft dem X-Server bei der autom. Erkennung.
Achtung: o.g. Parameter für die VM müssen ggf. den eigenen Hardware-Gegebenheiten angepasst werden!!!

Jetzt kann die VM mit “start this virtual machine” gestartet werden.
Man muss mit der Maus in die VM klicken, damit diese auf Eingaben per Maus oder Tastatur reagiert, z.B. F2 zum Starten des BIOS-Setups.

Im BIOS müssen keine Einstellungen geänder werden, die Default-Werte sind i.O..
Mit “STRG+ALT” bekommt man wieder den Fokus der Maus/Tastatur zur Betriebssystemumgebung ausserhalb der VM.
VMware bietet folgende Schaltknöpfe:
Stop (wie Netzteil aus)
Pause
Start
Reset
Snapshot erstellen (momentanen Zustand der VM als Sicherungskopie einfrieren)
zurück zum vorherigen Snapshot (alten Zustand der Sicherungskopie wiederherstellen)
Ansichten: Mit F11 kommt man zurück in den Fenster-Modus, CTRL+ALT gibt Maus/Tastatur im Vollbild frei
Boot vom DVD (-Image)
Im Grub-Bootmenü “Solaris” auswählen - wir benutzen keine serielle Konsole unter VMware ;-)
“Solaris interactive” wählen
Escape drücken
Konfiguration von Anzeige und Eingabegeräten
Mit F2 fortfahren. Die Monitordaten werden jetzt angepasst.
Jetzt wird die Spracheinstellung der Tastatur definiert.
Mit F4 speichern und beenden
Installationssprache Deutsch mit “2″ wählen
Konfiguration des Netzwerks, der Zeit und Security
Damit wird festgelegt, dass die IP-Adresse automatisch bezogen wird.
Wer das neue IPv6 ausprobieren will kann dies natürlich tun. Eine Netzwerkkarte kann parallel eine IPv4- und IPv6-Adresse besitzen. Einen
triftigen Grund, dies momentan schon einzusetzen gibt es i.d.R. jedenfalls nicht.
Bei der autom. IP-Adressvergabe werden auch automatisch DNS-Einstellungen mitgeteilt. Damit muss hier nichts konfiguriert
werden.
Achtung: Hier wird das Passwort des Administrator-Benutzers “root” gesetzt!
Konfiguration der Sprachumgebung und des Software-Clusters
Da als Installationsquelle das DVD-Image im virt. DVD-ROM dient wird natürlich CD/DVD gewählt.
Natürlich haben wir den Lizenzvertrag gelesen, mit unserem Juristen besprochen und akzeptieren …
Da die autom. Konfiguration der Filesysteme eher für Fileserver als Desktops optimiert ist wird die benutzerdefinierte Installation
bevorzugt.
In Deutschland bietet es sich an ISO8859-15 (inc. Euro-Zeichen) zu wählen. In einer produktiven Umgebung muss man die Doku des
Applikationsherstellers wälzen.
Von Sun wird empfohlen als Softwarepaket “Gesamte Gruppe” auszuwählen. Falls es sich nicht wie diesem Beispiel im eine VM
handelt, sondern um einen Server eines OEM-Herstellers (z.B. Fujutsu-Siemens Sparc Enterprise T1000), sollte man “Gesamte Gruppe
plus OEM” wählen.
Selbstverständlich kann man auch einzelne Pakete abwählen (über angepasste Pakete). Alternativ können Pakete auch nach der Installation
mit pkgrm entfernt werden.
Partitionierung und Konfiguration der Filesysteme
Die in der VM erstellte virtuelle Festplatte wird ausgewählt.
Die hier durchgeführte FDISK-basierte Partitionierung (1-4 primäre Partitionen) ist nur auf X86/X64-Rechnern relevant. Interessant wird
das aber erst wirklich wenn man auf einem PC eine Multiboot-Konfiguration ohne VMware aufsetzen möchte. In unserem Fall
wird der gesamte virt. Festplattenplatz der ersten prim. Partition zugewiesen.
Jetzt verhält sich die Partition wie gewohnt unter Sparc-basierten Servern. Man legt jetzt sog. Slices an, denen Filesysteme zugewiesen
werden. Im Prinzip behandelt SolarisX86 FDSIK-Partitionen wie “echte Festplatten”. Die Slices sind die Partitionen, auf denen Filesysteme
o.ä. abgelegt werden. Das ändert sich erst mit dem neuen Filesystem ZFS, das aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für Boot-Datenträger
zur Verfügung steht (mit Solaris Express CE build62 wurde das vor kurzem erfolgreich durchgeführt).
Das Standard-Layout ist passend für reine Fileserver. Darum “ändern” drücken…
Dem Swap steht die Grösse des Arbeitsspeichers mindestens zu, damit ein Crashdump geschrieben werden kann. Ansonsten spendiere ich den restlichen Platz fast komplett dem /-Filesystem - Empfehlung: min. 10GB. Es sollten noch min. 30MB übrig bleiben. Dieser Platz auf einem Slice wird für die Metadb benötigt, falls Software-Raid mit dem Standard-Solaris-Volumemanager konfiguriert werden soll. Dies ändert
sich erst mit ZFS.
Beginn der Installation
Erster Boot
Im Bootmanager grub wird nach kurzer Zeit der relevante Eintrag gestartet.
Der Kernel wird wird geladen, danach konfiguriert SMF die Startreihenfolge der installierten Dienste. Die Dienstesteuerung über
SMF wurde mit Solaris 10 eingeführt und löst die RC-Skripte und den Inet-Dienst ab. SMF ist allerdings abwärtskompatibel. Alte RC-Skripte
werden z.B. beim Rechnerneustart automatisch in SMF-Legacy-Dienste umgewandelt.
Die NFSv4-Domain muss nicht geändert werden.
Die erste Anmeldung erfolgt mit dem Administratorbenutzer “root” und dem vorher vergebenem Passwort.
I.d.R. nimmt man wohl den moderneren Windowmanager Gnome/JavaDesktopSystem.
Zum Patchen des Solaris muss die Registrierung durchgeführt werden. Dies kann auch auf später verschoben werden. In diesem Fall wird ein
Symbol am Desktop erstellt.
Achtung:
Die vollständige Patchliste bekommt man nur zur Verfügung gestellt wenn man die Nummer eines gültigen Wartungsvertag einträgt. Wer Solaris ernsthaft betreiben möchte sollte also einen solchen Vertrag abschliessen oder auf die kostenlose Variante Open Solaris Express
ausweichen. Ein Update auf ein neues Release ist allerdings auch mit Solaris kostenlos möglich. Es gibt aber nur Security-Patches für
Solaris kostenlos.
Die Grundinstallation des Solaris ist somit abgeschlossen.















